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von Adolf Widmann

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Am Beginn der Geschichte
Geographische Lage

Dellnhausen liegt in der Marktgemeinde Au i.d. Hallertau (>Zur Homepage des Marktes Au i. d. Hallertau), Landkreis Freising, Regierungsbezirk Oberbayern, in unmittelbarer Nähe des Quellgebietes der Abens. Diese Tallage wird in der Flurkarte von 1860 als „Salverfeld" (It. Schmeller „Land im Wasser") bezeichnet und wird im Norden begrenzt von dem leichten Höhenzug, der von der Flurbezeichnung her mit „Schlamperfeld" (schlampig, die ungeordnete Flur) und „Buhlfeld" (Buhl, Bühl, der leicht ansteigende Berg) bezeichnet ist. Im Süden steigt ein bewaldeter Hang an, den die Flurkarte als „Kuferfeld" ausweist. Der Ort wird durch die Staatsstrasse 2045 in den nördlichen größeren und in den südlich gelegenen kleineren Bereich (Griaß) geteilt. Der im Abenstal gelegene Teil des Ortes liegt bei 475 über NN, die nördlichen Teile des Ortes erreichen eine Höhe von 490 über NN.

Anfänge der Besiedelung


Die Hallertau, ein waldreiches Stück Land, wurde verhältnismäßig spät besiedelt. Nachweise, dass sich hier Leute aufgehalten hätten, sind für die Zeit vor dem 5. vorchristlichen Jahrhundert wenig. Erst die Kelten, die etwa fünfhundert Jahre vor Christus von Westen her in Südbayern eindrangen, wurden hier in bescheidenem Rahmen sesshaft. Die feste Stadt in Manching aber auch die Schanze im Tannet bei Au i.d. Hallertau sind Belege dafür. Die Kelten wurden jedoch von den Römern, die sich in der Zeit von 15 v. Chr. bis etwa 480 n. Chr. in Süddeutschland aufhielten, in Schach gehalten, ihre Siedlungen wurden weitgehend zerstört. In dieser Zeit war in der Hallertau keine geregelte und nachhaltige Besiedelung gegeben. Bestenfalls durchstreiften Jäger und Fischer die Gegend. Dass sich die Römer hier aufgehalten hätten, ist ebenfalls nicht belegt. Es gibt auch keine Belege dafür, dass etwa die Bundesstraße 301 oder die Staatsstraße 2054 Römerstraßen gewesen wären. Also, in der Hallertau war zu dieser Zeit nicht viel los! Erst nachdem die Baiern um etwa 500 n. Chr. anfingen in unser Land zu ziehen, begann so etwas wie eine Besiedelung. Aber auch für dieses Ereignis gibt es wenig schriftliche Quellen, sie waren aber nun da, die Baiern. Die Nachweise dafür ergeben sich erst später. Wie etwa der, dass sich so etwas wie eine politische Führung ihrer bald bemächtigt hatte, nämlich die Agilolfinger. Diese waren von Anfang an katholisch. Die Mönche und Priester, die sie mitgebracht hatten, missionierten auch das Volk für den christlichen Glauben. Der intensive Einfluss der Glaubensleute führte dazu, dass etwas gespendet und übergeben wurde. Hieraus ergeben sich wieder Nachweise (s. oben). Sie sind letztlich die Belege für die nunmehrige Existenz von Orten und Siedlungen (s. oben).


Der erste urkundliche Nachweis für Dellnhausen

 

149657 web R K B by S. Hofschlaeger pixelio.deDie Urkunden aus dieser Zeit sind zwar nicht mehr im Original vorhanden, jedoch hat Bischof Hitto (811-835) veranlasst, dass sie von dem Mönch Cozroh gesammelt, aufgeschrieben und somit der Nachwelt erhalten wurden. Heute liegt von diesen Dokumenten eine von Universitätsprofessor Theodor Bitterauf 1905 gesammelte Fassung in lateinischer Sprache vor. Die Urkunde, die Dellnhausen erstmals nennt, stammt vom 11. März 826. Sie trägt die Überschrift: „Cundpalt übergibt eine Kolonie und Unfreie in Delnhausen" und hat folgenden Wortrlaut:
Jetzt und allen soll nicht unbekannt sein, dass ein gewisser Mann mit Namen Cundpald für das Seelenheil seiner Mutter namens Judith eine Hufe übergibt an das (Gottes-)Haus der heiligen Maria in Freising und zwei Unfreie ...im Ort Tellnhusir auf derartige Weise, dass sie vom heutigen Tag an fest in Besitz gehalten wird im (Gottes-)Haus der heiligen Maria. Dies ist geschehen im (Gottes-)Haus der Heiligen Maria in Freising am selben Tag an dem dessen Mutter Judith beerdigt wurde, dies geschah den 5. Iden des März im Jahre der III. Indikation des Kaisers Ludwig XIII im selben Jahr, in dem dessen Sohn Ludwig König in Baiern wurde. Jene sind Zeugen: Chuniperht, Pernker, Mezzi, Reginperht, Isso, Otperht, Cadol, Ambricho, Uuigant, Uuichart, Memmo Oato. Diese Beurkundung der Übergabe habe ich unwürdiger Cozroh auf Befehl des Herrn Bischofs Hitto (geschrieben).

Erläuterungen:
Mit „Hufe" ist ein Bauerngut gemeint, das vermutlich der erste Hof in Dellnhausen, der heutige Mair, war. Die Lage im ebenen Tal und die Nähe zum Wasser legen diese Deutung nahe.
Nach dem Text der Urkunde und den Umständen ist anzunehmen, dass Die Siedlung Dellnhausen schon vor 826 bestanden hat. Cundpald war der Besitzer des Hofes zum Zeitpunkt der Schenkung und Beurkundung. Vor ihm war schon ein Mann mit dem Namen „Tello" auf dem Hof bzw. in der Siedlung. Von ihm hat die Örtlichkeit den Namen erhalten: Das Haus des Tello, beim Haus des Tello.
Tello und seine Familie waren vermutlich die Leute, die sich auf Geheiß von mächtigen Männern in Freising oder Zolling in der für eine Ansiedlung günstigen Lage im Tal der Abens niedergelassen haben. Die neuen Siedler rodeten soweit erforderlich den Wald und zimmerten Hütten. Damit war die Siedlung begründet. Zu dieser Zeit bestanden z. B. Freising und Zolling schon. Auch Abens (759), Hemhausen (772) und auch Reichertshausen (779) waren schon genannt.

Dellnhausen war offenbar kein uninteressanter Ort, denn er wird bis zur Jahrtausendwende noch in drei weiteren Urkunden genannt. Hierbei ging es weitgehend um Tauschgeschäfte oder Grundstücksüberlassungen.

 

Tauschgeschäft

 

In der Zeit zwischen 994 und 1005 wurde ein Tausch zwischen Bischof Gotescalch und einem gewissen Freigelassenen Namens Aripo beurkundet. Die wesentlichen Aussagen der Urkunde lauten:
Es übergab nämlich jener schon genannte Freigelassene einen solchen Besitz, welchen er in den Orten Güntersdorf und Tellenhusa hatte, sowohl 42 Juchart Ackerland als 6 Juchart Wiesen und ein Drittel Juchart großen Hof auch mit den gesuchten und zu suchenden Ausgaben und Einnahmen und mit allen mit legitimen Recht zu jenem Ort gehörigen Dingen in die Hand des vorgenannten Bischofs und dessen Advokaten, Odelschalh genannt, zur Kirche der heiligen Maria und des heiligen Korbinian zu dauerndem Besitz.
Umgekehrt übergab vorgenannter Bischof und dessen schon genannter Advokat mit der Einwilligung und Zustimmung aller seiner getreuen Geistlichen sowie seines ganzen Hofstaats und auch seiner Soldaten jenem vorgenanten Freigelassenen in genannten Ort Hasalpah ein gleiches Mass, um es in Besitz zu haben und auch einer zukünftigen Ehefrau zurückzulassen oder was er darnach (damit) zu tun gedenke.
(Es folgen die Namen von Zeugen).


Erläuterungen:
Mit diesem Tausch wurde Bischof Gottschalk der Besitzer eines Anwesens in Dellnhausen. Umgekehrt wurde der bisherige Herr von Dellnhausen der Besitzer von Liegenschaften in Hasalpah. Für Anton Huber, der die Ortsnamen des Landkreises Freising erforscht und die Urkunden zugeordnet hat, ist mit „Hasalpah" der heutige Ort Berghaselbach gemeint.

Dellnhausen in Urkunden des 15. und 16. Jahrhunderts

 

In Dellnhausen blieb es natürlich nicht bei dem einen Hof. Die Obrigkeit hat es immer wieder zugelassen, dass sich geeignete und siedlungswillige Leute Land aufbereitet und ein Anwesen aufgebaut haben. Dies ergibt sich auch aus Urkunden, die der Reichertshausener Pfarrer Dr. Johann Baptist Prechtl 1861 aus dem Schlossarchiv Au veröffentlicht hat und in denen vorwiegend Grundstücksgeschäfte beurkundet sind. Einige davon betreffen auch den Ort und Familien in Dellnhausen, weshalb hier der wesentliche Inhalt genannt wird:

21. Juli 1423:
„Harms Flitzinger und Barbara seine Schwester, die Ostermairin von Nandistadt, verkaufen an Hartmann den Auer zu Hirnkirchen ihr Gütl in Telnhausen und setzen zu Bürgen Hanns den Osemann und Hansen zu Pockstich zu NandIstadt."

2. Okt. 1423:
„Hofhanns gesessen zu Sünzhausen und Leukrat seine Hausfrau verkaufen an Hartmann den Auer zu Hirnkirchen ihren Anteil an dem Gut zu Telnhausen, das ehemals ihrer Base der Viehhauserin gehörte."

5. Juli 1482:
„Harms Neupeck, Kirchherr des würdigen Gotteshauses unserer lieben Frau zu Abens, Heinrich Niedermaier daselbst und Harms Wild zuTellnhausen, Kirchpröbste, verkaufen an den edlen, vesten Hansen Schönpüchler zu Hernkirchen und Amalie, s. Hausfrau, nachstehende der Kirche in Abens zugehörige Stücke: ein Holz mit aller Zubehör, wie es Hams Schweiberer zu Tellnhausen lange inne gehabt hat; einen Acker zu Horatzwis, der dem Pfarrer in den Widen gehört hat; zwei Grainrnaten mit einem Fürsam, stossen auf den Schwaiger zu Aßlatzhausen (Osseltshausen); die zwei Äcker, die Hanns Creizmann, der Hofbauer zu Tannach vom Gotteshause inne gehabt hat und der Schmidtstätte zu Hirnkirchen — gegen ein Gut zu Hemenhausen, daraufjetzt Hanns Ritter sitzt."

12. Dez. 1565
In diesem Vertrag wird erwähnt das „Griesschustergütl" in Tellenhausen. Dieses Anwesen wird dann in einem Lehenbrief vom 26. März 1601 nochmals genannt.

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Am Beginn der Neuzeit
Apian beschreit die Gegend


Philipp Apian (1531 — 1589) bereiste in der Mitte des 16. Jahrhunderts das Land und brachte danach eine der ersten Karten für Bayern heraus. In seinen Beschreibungen zum Gericht Moosburg sprach er auch den Raum um die Abensquelle und Dellnhausen an. Ausgehend vom Ampertal schreibt er dazu: „Der von hier aus nach Norden und Osten sich ausdehnende Wald wird Halberthau genannt. Nach dem selben wird fast der ganze Trakt bis zur Ilm mit dem gleichen Namen benannt, überreich an Hügeln und Wäldern. Sünzhausen. Von hier aus gegen Norden entspringen sehr viele Quellen, welche bei Dellnhausen vereinigt einen Fluß bilden, welcher gewöhnlich nach dem Nachbardorf Abenst und Ambs genannt wird. Hallesberg Dorf, Kirche zur Rechten der Abens. Au ein großes und sehr vornehmes Schloss und Markt daselbst zur Rechten der Abens. An diesem Ort entspringen auch Quellen, die den Fluss vergrößern. Es kommt zuweilen vor, dass dieser Fluss vom Ursprung bis auf 2000 Schritte austrocknet".


Dellnhausen im Jahr 1752


Im Jahr 1752 wurde im Landgericht Moosburg eine Güterzählung durchgeführt. Dr. Sebastian Hiereth hat die Ergebnisse im Historischen Atlas von Bayern (1950) festgehalten. In der Beschreibung der Ortschaften hat er auch die Hausnamen der größeren Güter genannt, weil sie im Gericht Moosburg „altherkömmlich" und sehr beständig waren. Auch die Herrschaft über die einzelnen Höfe ist genannt.
Dellnhausen war ein landgerichtsunmittelbarer Ort, gehörte zum Amt Siechendorf und lag in der Obmannschaft Herbersdorf. Der Beschrieb lautet:
Dellnhausen, Dorf 13 Anwesen:
St. Georg Freising 1/1 (= ganzer Hof) Mayr; Kirche Abnes 1/1 der Willbaur, 1/2 Scheithammer (= halber Hof) 1/4 Hias von Hemhausen; 3 je 1/16, Haas, Kueffhans, Altschuster; Kirche Dürnzhausen 2 je 1/16, Blasy, Jungschuster; Gmein 1/32.
Die fehlenden drei Anwesen waren offenbar so klein, dass sie nicht genannt wurden.


Das Schicksal der Leute


Bereits in der ersten Schenkung an die Marienkirche in Freising werden neben einem Bauerngut auch zwei „Unfreie" gegeben. Die Unfreien, das waren Leibeigene. Der Leibeigene war an sein Grundstück gebunden, für den Wegzug und die Heirat bedurfte er der Erlaubnis seines Herrn. Erst im 15. Jahrhundert wurde diese Bindung etwas gelockert, sie wurde aber erst 1808 förmlich aufgehoben. Der Bauer war zu diesem Zeitpunkt noch nicht der volle Herr über seinen Besitz. Dellnhausen gehörte als Mitglied der Obmannschaft Herbersdorf zum Gericht Moosburg. Sofern der Scherge im Amt Siechendorf ein Vergehen des Bürgers feststellte und anzeigte, wurde die Straftat vor dem Gericht in Moosburg abgehandelt.

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Dellnhausen im Königreich Bayern


Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die deutsche Landkarte in erheblichem Umfang verändert. Bayern war davon auch berührt und erhielt weitgehend auch die Form und Größe, die es heute noch hat. Napoleon, der sich vorher der Unterstützung Bayerns versichert hatte, dankte dies mit Gebietszuteilungen. Insbesondere verhalf er Bayern dazu, dass es ein selbständiges Land mit einem König an der Spitze wurde. Am Neujahrsmorgen des Jahres 1806 wurde Bayern zum Königreich ausgerufen. Max I. Joseph, Herzog von Zweibrücken und gleichzeitig Kurfürst von Pfalzbayern (1799), wurde König in Bayern. Dieses Königreich hatte Bestand bis zum Jahr 1918.

 

Reformen


Der König führte unter dem Einfluss seines Ministers, des Grafen Maximilian von Montgelas, zahlreiche Reformen durch. Dazu gehörten die Gleichberechtigung der christlichen Konfessionen, die gleichmäßige Besteuerung der Untertanen, die Straffung der Verwaltung, die Einführung der Schulpflicht und die Förderung der Wirtschaft. Die angestrebte gerechte und einheitliche Besteuerung der Bürger setzte eine Vermessung der Grundstücke voraus. Ab etwa 1808 entstanden die ersten Flurkarten i. M. 1:5000. Danach waren nun eine einheitliche Bewertung der Grundstücke und eine gerechte Besteuerung möglich.


Bildung der Gemeinden


Schon bald nach der Schaffung des Königreiches Bayern ging die Verwaltung daran, neue Gebilde, die Gemeinden, zu schaffen. Dellnhausen gehörte zu diesem Zeitpunkt (1808) mit den Orten Hemhausen, Holzhof, Mooshof, Abens, Piedendorf, Herbersdorf, Harham, Trillhof und (Grub)Anger zur Obmannschaft Herbersdorf. Im Jahr 1818 wurde dann die Gemeinde Hemhausen gegründet, die weitgehend der Obmannschaft Herbersdorf entsprach. Hinzu kam noch die Einöde Scheckenhausen. Die Einöde Angermühle (Grubanger) wurde 1822 der Gemeinde Hirnkirchen einverleibt. Zu dieser Zeit (1820) zählte Dellnhausen 57 Seelen (Bürger).


Ein Dellnhausener als Bürgermeister


Der führende Mann in der Gemeinde wurde nach der Gemeindebilddung
"Vorsteher" genannt. Josef Eberwein nennt in „Rund um die Abensquelle"
(1974) folgende Vorsteher der Gemeinde Hemhausen:
1840 - 1847: Fuchs Michael, Hintermayer von Hemhausen,
1848 - 1851: Hagl (Hofname kann nicht ermittelt werden),
1852 - 1858: Fischer (Hofname kann nicht ermittelt werden),
1859 - 1861: Mayer Thomas, Trillhofer,
1862 - 1866: Obermayr Matthias, Kolmer von Bierndorf,
1867 - 1871: Stampfl Josef, Selmer von Herbersdorf.
Ab 1 Januar 1870 wurde das Amt des Bürgermeisters eingerichtet. Erster Bürgermeister der Gemeinde Hemhausen war Josef Huber, Will von Dellnhausen (1871 - 1881).


Bauernbefreiung


Der Bauer war über Jahrhunderte hinweg weitgehend nur der Pächter oder Verwalter des Hofes, auf dem er lebte. Im Jahr 1848 wurde er nach entsprechenden Reformen endlich der Eigentümer seines Hofes. Zu diesem Zeitpunkt wurden die feudalherrlichen Rechte beseitigt. Dies geschah jedoch nicht ersatzlos. Die auf dem Grund und Boden haftenden Abgaben wurden geschätzt, Diese fixierte Geldsumme musste dann, hochgerechnet auf den achtzehnfachen Jahresbetrag, von den Bauern abgelöst werden. Mit dieser Maßnahme im Revolutionsjahr wurden aus den
Grunduntertanen freie Bauern im heutigen Verständnis.


Dellnhausen in der Zeit um 1850


Delnnhausen zählte um 1850 dreizehn Hausnummern. Dazu zählte auch der Will. Er war mit 106,34 Tagwerk Grund einer der größten Höfe im Ort. 1853 kam der Will offenbar in wirtschaftliche Schwierigkeiten, so dass er gezwungen war, Grundstücke zu verkaufen. Dadurch erhielten kleinere Anwesen die Möglichkeit, Grund dazu zu kaufen. Aus dem Besitz des Will kauften:

1.  Hafner Lorenz, Gaßlschuster, Hausnr. 9, um 313 fl (Gulden)  2,90 Tagw.
2. Wollschlager Xaver, Wilhelm, Hausnr. 13, um 214 fl 1,96 Tagw.
3. Süßmaier Georg, Haimerl, Hausnr. 1, um 367 fl 3,67 Tagw.
4. Kreitmeier Georg, Griesmichl, Hausnr. 2, um 188 fl 1,40 Tagw.
5. HölzI Joseph, Klaas, Hausnr. 8, um 204 fl 1,93 Tagw.
6. Schneider Simon, Abens, Hausnr. 2, um 306 fl
3,03 Tagw.
7. Bramberger Wendelin, Hemhausen, Hausnr. 3 6,01 Tagw.
8. Ermeier Simon, Schaidhamer, Hausnr. 5, um 111 fl
0,90 Tagw.
9. Hundseder Johann, Wagner von Loipertshausen, um 311 fl 2,79 Tagw.
Fläche der Verkäufe: 24,59 Tagw.

Danach verblieben dem Will noch 81,75 Tagwerk Grund.


Nach dem Grundsteuerkataster des Jahres 1854 gab es in Dellnhaausen die nachstehenden Anwesen:
Hausnr. 1 Haimerl, Süßmeier Georg, 31,19 Tagwerk Grund.
Hausnr. 2 Griesmichl, Kreitmaier Georg, 35,74 Tagw.
Hausnr. 3 Hüthaus, Gemeinde, 10,39 Tagw.
Hausnr. 4 Kuferstephl, HölzI Mathias, 0,77 Tagw.
Hausnr. 5 Schaidhamer, Ehrmeier Simon, 62,75 Tagw.
Hausnr. 6 Will, Huber Joseph, 81,75 Tagw.
Hausnr. 7 Kasparhiasl, Allersdorfer Michael, 44,19 Tagw.
Hausnr. 8 Haas, HölzI Joseph, seit 1856 Eberwein, 5,75 Tagw.
Hausnr. 9 Gaßlschuster, Hahner Lorenz, 3,27 Tagw.
Hausnr. 10 Mair, Huber Georg ßßß
Hausnr. 11 Schneiderthoma, Kollmannsberger Jakob, 28,75 Tagw.
Hausnr. 12 Rothschuster, Penker Georg, 6,38 Tagw.
Hausnr. 13 Wilhelm, Wohlschlager Xaver, 8,97 Tagw.

 


Dellnhausen um 1860


Erläuterungen:
Die Zahlen bei den Anwesen nennen die Hausnummer und verweisen auf die
Hofnamen, und zwar:
1 Halmen, 2 Griaßmichl, 3 Gemeinde, 4 Kuferstephl, 5 Schaidharner,
6 Will, 7 Kasperhiasl, 8 Haas. 9 Gaßlschuster, 10 Main, 11 Schneiderthoma,
12 Rothschuster, 13 Wilhelm.
Legende:
Die Schrägschrafur in den Gebäuden bezeichnet den Wohnteil.
Diese Signatur weist auf einen Hopfengarten hin:

 hopfensymbol

 

 

 

 

Quellenangabe Bild Siegel/Urkunde: S. Hofschlaeger  / pixelio.de
Quellenangabe Kartenmaterial: Geobasisdaten: Bayerische Vermessungsverwaltung

 

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